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Meine erste Erfahrung mit dem Gutenberg-Editor

Nach ein paar anfänglichen Tests mit Version 1.0 und zwei für mich begeisternden Vorträgen beim WordCamp Cologne 2017 habe ich mittlerweile mit Version 2.1 Gutenberg auch hier installiert und bereits meinen ersten öffentlichen Beitrag damit geschrieben.

Möglicherweise bin ich zu neu in der WordPress-Community, allerdings kann ich viele Bedenken rund um Gutenberg nicht verstehen. So ist er nach wie vor – und ich glaube auch aufgrund der Abwärtskompatibilität bis auf weiters – abschaltbar und lässt sich daher als Alternative und nicht anstatt eines anderen Editors oder eines Page Builders nutzen. Ich sehe das ganze Projekt eher als eine Chance an, nachhaltig die Art und Weise, wie man einen Beitrag schreibt, zu verändern – positiv.

Ein in den letzten Tagen auch immer wieder von mir gesehenes Argument gegen den Gutenberg-Editor war, dass „Content Creator“ sich darauf konzentrieren wollen, einfach blind herunter zu schreiben. Genau in diesem Moment mache ich jedoch nichts anderes. Ich habe eine Überschrift und drei Absätze und dabei noch überhaupt nicht eine der neuen Funktionen von Gutenberg überhaupt genutzt. Mehr noch, sofern man die Maus nicht über einen der Blöcke schiebt/zieht/hovert, erkennt man gar nicht, dass es einzelne Blöcke sind.

Sehr angenehm dagegen finde ich den grundlegenden Aufbau des Gutenberg-Editors. Er ist sehr aufgeräumt, sauber und problemlos ohne Maus bedienbar, was ich für viele Funktionen sehr gern nutze, obwohl das Trackpad unter meiner Tastatur sehr nahe ist. Oft geht es für mich mit der Tastatur einfach schneller.

Das einzige, was mich zu Beginn direkt schon gestört hat, ist die Werkzeugleiste zur Auswahl der Formatierung. Diese klebt standardmäßig immer über dem aktuell aktiven Block. Das habe ich sehr schnell über die drei vertikalen Punkte oben rechts angepasst, sodass sie nun – wie beim Standard-Editor – ganz oben fixiert sind.

Dagegen ist wiederum der Slash-Befehl sehr nützlich für mich. Wer ihn noch nicht kennt: Tippe einfach in einem leeren Block ein Slash ein, schon erhältst du eine Auswahl an Blöcken und kannst durch einfaches Eintippen des Namens einen entsprechenden Block nutzen, ohne ihn manuell mit der Maus über das Popover auszuwählen.

Aber auch wenn die Versionsnummer darüber hinwegtäuschen mag: Der Gutenberg-Editor ist nach wie vor eine Beta und eigentlich nicht für den Produktiveinsatz gedacht. Es funktionieren noch einige Dinge nicht korrekt oder vollständig, so ist die Aktivierung von Kommentaren und Pingbacks aktuell nur über die Datenbank möglich (mit Version 2.2 korrigiert), die Konvertierung von oder in den Standard-Editor stark fehlerhaft und wer einen Shortcode für Syntax-Highlighting nutzt, sollte zumindest für diese Beiträge nicht den Gutenberg-Editor nutzen.

Hinsichtlich der schnellen Entwicklung gehe ich gegenwärtig davon aus, dass schon in wenigen Monaten ein Release stattfinden wird, und freue mich sehr darauf. Sicherlich wird auch aus der Community noch einiges kommen, die den Gutenberg-Editor noch weiter aufwertet – beispielsweise durch großartige neue Blöcke! 📝

7 Gedanken zu „Meine erste Erfahrung mit dem Gutenberg-Editor

  1. Hm, habe Gutenberg auch mal ausprobiert, leider kann man keinen Link in einem neuen Fenster öffnen lassen, das brauche ich sehr oft.

    1. Warum genau benötigst du das denn? Es ist nicht benutzerfreundlich, Links zwingend in neuen Tabs/Fenstern öffnen zu lassen. Deshalb frage ich.

      1. Beispielsweise Reiseberichte mit externen Links zu Restaurant-Websites, Wandertouren-Websites, Wetter-Websites, PDF-Downloads Fahrplan usw. – alles was nicht mit dem Inhalt der aktuellen Seite zu tun hat…

        1. Aber warum muss das zwingend in einem neuen Fenster geöffnet werden? Ich kann verstehen, dass man den Benutzer möglichst lange auf der eigenen Seite halten will, aber damit nimmt man ihm letztendlich selbst die Entscheidung ein Stück weit. Es ist nicht nachvollziehbar für den normalen Benutzer, wenn er einen neuen Tab oder ein neues Fenster hat, weil dann die Navigation zurück im Browser nicht mehr funktioniert.
          Und wenn ein Benutzer nochmal zurück will, dann findet er auch eher den Weg dahin, nämlich über die Zurück-Schaltfläche in seinem Browser.

          1. Das ist Deine Meinung, andere haben andere Meinungen. Ein CMS sollte der Autorin ermöglichen, das zu tun was sie für den aktuellen Fall für richtig hält. Facebook & Co. öfffnen übrigens alle externen Links in neuen Fenstern…

          2. Noch eine Nachfrage, warum verlinkst Du denn hier im Blog viele Links in neuen Fenstern, wenn das so wenig nachvollziehbar ist?

          3. Ich habe mich erst im Laufe des vergangenen Monats damit mehr auseinandergesetzt. Deshalb ist das bei alten Beiträgen noch so der Fall. Das wird aber auch noch geändert.
            Im Grunde ist das von mir keine reine Meinung, da ich dich durchaus verstehe. Viel mehr ist es die Abwägung, ob einem die Benutzbarkeit der Seite wichtiger ist oder die Bouncing-Rate oder ähnliches.

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